Meine Ernährungsumstellung durch die Endometriose

Meine Schritte der Ernährungsumstellung nach meiner Endometriose Diagnose. Der Anfang war für mich der Schwerste, denn da wissen wir noch nicht ob es hilft, vlt. ist ja die ganze Mühe auch umsonst? Ernährung funktioniert meist auch nicht so, dass wir auf was verzichten uns gleich das Ergebnis bekommen. Positive Veränderungen kommen bei mir immer plötzlich und erst Monate, oder auch erst ein Jahr nach der Umstellung.  

Glutenfrei

Mein Game Changer – mit dem Wort Glutenfrei beginnt meine Reise zurück in meinen Körper. Die Ernährungsumstellung beginnt zwei Wochen nachdem ich wusste das ich Endometriose, dass war im Frühling 2017.

Auch wenn ich keine bestätigende OP hatte, stand damals zumindest noch ein OP-Termin in zwei Wochen im Raum. Ich hatte keine Ahnung ob Glutenfrei wirklich helfen soll, immerhin habe ich noch nie auf meine Ernährung geachtet. Ich hatte auch totale Angst, das ich ohne OP vlt. nie Kinder bekommen kann. Ich habe mich jeden Tag in den Schlaf geweint und war zerstört von dem Gedanken das ich mein restliches Leben „krank“ sein soll.

Trotz all meiner Zweifel habe ich 2 Wochen später die OP abgesagt. Ich wollte meinem Körper die Chance geben, mir zu beweisen das es vlt. auch ohne OP geht. Online habe ich damals keinen gefunden der den Weg so gegangen ist.

Durch die Umstellung wurde meine Laune immer schlechter, schließlich muss ich wirklich meine kompletten Essgewohnheiten umstellen, auch wenn es erstmal „nur“ Glutenfrei war, hab ich zum Frühstück, Mittag und Abendbrot immer etwas mit Gluten gegessen. Mich jetzt immer von frische, selbstgekochten Lebensmitteln zu ernähren, kostet einmal viel mehr Zeit und auch meine Nerven, mein Körper war auf wie auf Entzug.

Keine Fertigprodukte mehr

Kein Gluten, heißt auch keine Fertigprodukte mehr.

Keine Wurst

Kein Gluten heißt auch keine Wurst für mich.

Keine Zusatzstoffe

Wir wissen ja alle das die nicht gut sind…

Ernährungsumstellung nach TCM

TCM ist sehr vielfältig, ich habe zuerst den Teil ausprobiert der sagt: Morgens, Mittags, Abends soll man möglichst warm essen. Wir sind jetzt im Herbst 2017, es wird langsam kalt und ich merke tatsächlich wie gut das mir und meiner Verdauung tut.

Zuckerfrei

Isst man erstmal Glutenfrei, fällt automatisch super viel Zucker weg. Weizen und Zucker sind so Standard Zutaten bei sooo vielem was es bei uns im Supermarkt gibt.

Ich habe so oft gelesen wie schlecht Zucker ist, dass es mir Ende 2017 gar nicht mehr schwerfällt den einfach wegzulassen. Glutenfrei war im Nachhinein für mich der richtige erste Schritt. Zuckerfrei essen hat dann auch gar nicht mehr so stark meine Laune beeinflusst. Wenn ich was Süßes brauche, ess ich stattdessen Obst, Nüsse, Rawbites oder mach mir selbst Snacks aus Datteln

Milchproduktefrei

Ab dem 6. Monat nach der Diagnose, lasse ich auch Milchprodukte weg. Das fühlt sich auch nicht mehr so schwer an. Ein Protein in den Milchprodukten ist besonders Entzündungsfördernd so das auch hier für mich klar wird, wenn ich weiter auf dem alternativen Heilungsweg gehen möchte, führt daran wohl nichts vorbei. Ein zusätzlicher kinesiologischer Test bestätigt das. 

Fleisch

Wenn man Endometriose hat soll man auf Schwein und rotes Fleisch verzichten, ja naja das habe ich zum größten Teil auch gemacht. Trotzdem gab es ab und zu (einmal im Monat/ mind. 2 Wochen Pause) mal Bouletten, ein Steak etc.

Mal mehr mal weniger, sonst sind wir viel auf Bio-Hühnchen umgestiegen. Anfang letzten Jahres (2019) ist mir dann aufgefallen, dass mein Körper auf mehr Fleisch mit mehr Schmerzen reagiert. Eine geringe Menge toleriert er (einmal pro Woche), danach wird meine Periode viel schmerzhafter.

Vegan

Anfang 2019 gibt mir meine Osteopathin die Bücher von Anthony Williams zum Lesen mit. Die Bücher fesseln mich, denn er ist der Meinung wir können wirklich über unsere Ernährung heilen.

Ab sofort halte ich mich an seine No-Food-Liste: Gluten, Milchprodukte, Eier, Zusatzstoffe, Glutamat, Künstliche Zitronensäure, Zucker, Rapsöl, Schwein, Nicht zu viel Fisch (Schwermetallbelastung-> macht Endo schlimmer), Soja, Mais

Ich esse fast ausschließlich vegan (naja bis auf dieses eine leckere Bio-Restaurant mit Österreichischer Küche wo ich danach noch 2 mal war, wo ich echt gern das Wiener Schnitzel gegessen hab. Irgendwie spiele ich seit einem Jahr immer noch mit dem Gedanken, da mal wieder zu essen… mal schauen).

Im Mai 2019 war ich dann auf einem Retreat, ein Teil ging um Ernährung und zum Essen gab es soo tolle vegane Leckereien, dass mir bewusst wird, vegan essen heißt nicht das man auf irgendeinen Genuss beim Essen verzichten muss. Seitdem bin ich wirklich vegan.

Roh-Vegan

Mein nächstes Ernährungsumstellung Experiment startet: ich probiere mich an der Roh-Vegan Ernährung im Sommer 2019, von Anfang July bis Ende September esse ich komplett Roh-Vegan. Während dieser Zeit Faste ich auch 12 Tage und arbeite mit einer Ernährungsberaterin zusammen die sich darauf spezialisiert hat. Was ich mir dadurch erhoffe? Ich will von meinen Schilddrüsentabletten runter, ich möchte meinen Körper noch stärker von all den Schwermetallen, Pestiziden etc. befreien. Mein Ergebnis, vor allem meine Psyche wird immer klarer, ich weiß was ich will, wer ich bin und vor allem fühle ich das ich auf dem richtigen Weg bin.

Zurück zum Veganen Essen, Glutenfrei & Zuckerfrei

Mit jedem Bissen den ich esse tue ich meinem Körper bewusst etwas gutes. Wenn du jedes mal wenn du isst deinem Körper die positiven Gedanken der Heilung schenkst, macht das was mit dir. Es dauert, aber mich macht es wirklich glücklich. Heute bin ich so froh das ich vor 3 Jahren gegen die OP und für die Ernährung entschieden habe. Auch wenn die Ernährung beim heilen nicht alles ist, ist sie doch die Basis, der Keller auf dem man langfristig ein gesundes, glückliches Leben aufbauen kann.

Mit Experimenten lässt es sich leichter starten, Experimente heißen nicht, dass es funktionieren muss, sie nehmen einem Druck und bringen einem Freude wenn es funktioniert.

Roh-vegan war eines meiner Experimente, langfristig braucht mein Körper Wärme, roh-vegan funktioniert nur, wenn es wirklich warm ist. Im Winter also nicht und für mich auch nicht im Frühling oder Herbst.

Und mittlerweile esse ich auch Soja ich in Form von Tempeh, ich probiere vieles aus und lasse mir die Wahl mich jeden Tag neu zu entscheiden.

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