Mein Frauenbild und Endometriose

Endometriose betrifft vor allem unsere weiblichen Organe und somit vielleicht auch unser Frauenbild. Mein Frauenbild ist genau ein Puzzleteil auf meinem ganzheitlichen Heilungsweg der Endometriose.

Heute teile ich einen sehr privaten Augenblick mit dir, der mir vor 8 Monaten bei meiner Auszeit auf Bali widerfahren ist.

Mein Frauenbild: "Du kannst Frauen nicht vertrauen!“

Mit Beginn der Pubertät habe ich angefangen, Mädchen blöd zu finden. Die sind zu zickig, zu nachtragend, nicht vertrauenswürdig, zu quirlig, zu viel. Ich habe mich andauernd verglichen und war ich immer total eingeschüchtert.

Freundschaften zu Freundinnen haben sich von heute auf morgen in Luft aufgelöst, ohne dass ich wusste, warum. Das hat irgendwie noch mehr dazu beigetragen, dass ich andere Mädchen & Frauen nicht verstanden habe. Im Laufe der Jahre hatte ich immer mehr Freundschaften zu Jungs. Zu schnell werde ich enttäuscht von Freundinnen – in mir drin fallen immer öfter die Worte: Du kannst ihnen nicht vertrauen.

Das spitzt sich in meinem Studium zu, da es in meinem Semester einfach keine anderen Frauen mehr gibt. (In Elektrotechnik, gibt’s halt auch nicht viele Frauen.) Mir wurde bewusst, dass mir etwas fehlte. Die Liebesschnulze im Kino, die es sich einfach viel schöner mit Freundin schauen lässt. Mal eine Runde Shoppen oder einfach alle Gefühle ausschütten und wirklich verstanden werden.

Es heißt ja immer so schön: Nichts passiert ohne Grund.

Anfang 2020 auf Bali...

Springen wir jetzt mal von heute ein paar Monate zurück in die Zeit, wo ich genau diese Worte aufgeschrieben habe.

Ich befand mich an dem Stand, an dem der Anfang der Pubertät schon 20 Jahre , mein E-Technik Studium 7 Jahre  her war.

Seit ich Mitte 20 war, hat sich mein Frauenbild langsam immer mehr entspannt und so auch wieder Platz für einen offenen, wertvollen, ehrlichen Austausch mit Frauen geschaffen….

Ich war immer der Meinung, dass meine eigenen Erfahrungen mit Mädchen halt schlecht waren. Für mich war mein Frauenbild immer so schlüssig und logisch.

Ich, du, wir alle erzählen uns immer Geschichten, für Situationen, die wir uns nicht erklären können und konnten. Geschichten, die es uns einfacher machen, das Erlebte zu verarbeiten.

Aus diesen Geschichten entwickeln sich unsere Glaubenssätze.

"Nicht alle Glaubenssätze sind unsere eigenen – einige übernehmen wir von der Gesellschaft, unseren Eltern, Geschwistern, Omas, Opas, Lehrer*innen, Erzieher*innen, allen Menschen, mit den wir je zu tun hatten."

Also zurück zum Punkt: Ich dachte also, dass meine „schlechten Erfahrungen mit Mädchen“ allein daran „Schuld“ sind, dass ich Mädchen und Frauen für nicht vertrauenswürdig einstufe. Und damit ja nicht nur Mädchen und Frauen im Allgemeinen, sondern irgendwie ja auch mich selbst.

Denn bin ich nicht auch eine Frau?

Bis ich da Anfang 2020 an dem Strand sitze und mein Freund mir vor einer Stunde erzählt hat, dass er WhatsApp Nachrichten von meinem Vater bekommen hat.

Nachrichten, aus denen klar wird, dass ich einen Teil meiner Glaubenssätze wohl von ihm übernommen habe. Das ist ok – wir übernehmen ja alle irgendwelche Glaubenssätze von unseren Eltern. Die unsere Eltern wiederum von ihren Eltern haben usw..

Dass es aber ausgerechnet die sind, die mit Frauen zu tun haben, hätte ich nie gedacht.

Frühere Glaubenssätze über mein Frauenbild – die ich unterbewusst auch über mich hatte:

  • Frauen sind nicht vertrauenswürdig.
  • Frauen sind nicht zuverlässig.
  • Frauen enttäuschen mich.
  • Frauen sind schwach.
  • Frauen sind nicht so intelligent.
  • Frauen sind nicht immer so zurechnungsfähig.

Eigenschaften von mir und von vielen anderen Frauen (mit Endometriose-Erfahrungswerten):

  • Hilfsbereit und immer für andere da
  • Leistungsorientiert, ob in der Schule, in der Ausbildung oder im Studium
  • Zielstrebig
  • Wir wollen es immer allen recht machen und niemand enttäuschen.
  • Wir übererfüllen am liebsten das,  was andere von uns erwarten.
  • Wir wollen nie auch nur irgendeine Schwäche zeigen.
  • Wir wollen in Vollzeit Karriere machen und am liebsten gleichzeitig Vollzeit-Mama sein.

Mir fällt auf, dass wir uns mit unserem Handeln unterbewusst immer und immer wieder selbst beweisen müssen, dass wir vielleicht nicht so sind, wie das Frauenbild, das wir in uns tragen.

Die Eigenschaften machen eine ziemlich explosive Mischung aus. Wir werden es uns so niemals recht machen können. Wir sind unzufrieden mit uns, weil wir unsere eigenen Ansprüche nicht erfüllen können, suchen Fehler bei anderen Frauen, damit wir uns selbst nicht so schlecht fühlen. Und fühlen uns einfach am Ende alle schlecht…

Irgendwie logisch, dass diese alten Glaubenssätze über Frauen gerade jetzt auf Bali hochkommen, schließlich bin ich ja nach Bali gegangen, um zu einem harmonischeren Gleichgewicht von männlicher und weiblicher Energie zu finden. Das es aber so in meinem Inneren aussieht, hätte ich nicht erwartet.

Genau jetzt auf Bali kommt all das hoch. Es ist Zeit, anzunehmen, dass da ein Problem mit meinem Frauenbild ist.

Es ist Zeit, da nochmal viel tiefer hineinzutauchen und daran zu arbeiten.

Dazu stand die nächsten 2 Tage ein Women Empowerment Workshop von Sakti Healing auf meiner To-Do-Liste.

Denn alles kommt immer zur richtigen Zeit an die Oberfläche, darauf können wir vertrauen…

Hast du dich bei meinen Überlegungen wiedergefunden? Stimmst du dem Ganzen zu oder eher nicht? Schreib mir gern in die Kommentare unter dem passenden Instagram Post und tausche dich mit mir und anderen über das Thema aus.

 

Wir Frauen dürfen lernen, uns erstmal selbst kompromisslos zu priorisieren, bevor wir anfangen, es allen anderen recht zu machen! Wir dürfen lernen, uns selbst wieder zu vertrauen! Und vertrauen damit auch wieder mit mehr Leichtigkeit anderen.

Du brauchst dabei noch Unterstützung? Dann melde dich gern bei mir für ein kostenloses Erstgespräch.